
Begleitet von der Presse hetzt die Regierung gegen Sozialhilfeempfänger. Ihre Reformen treiben Millionen Menschen ins Elend.
Standpunkt:
Ende August hetzte Bild gegen Sozialhilfeempfänger, die im Ausland leben. Es war eine Kampagne, die nur den Bossen nützt. Weder sind Sozialhilfeempfänger an leeren Staatskassen Schuld noch schafft die Hetze Arbeitsplätze.
Nur 959 Menschen im Ausland bekommen Sozialhilfe. Darunter sind viele, die im Ausland krank, pflegebedürftig und transportunfähig geworden sind. Was der Staat an sie zahlt, spielt im Haushalt kaum eine Rolle.
In Wirklichkeit sind die Bosse für die leeren Kassen verantwortlich. Seit Jahrzehnten sinkt der Anteil, den die Unternehmen am Steueraufkommen zahlen. Der Anteil, den Arbeiter leisten müssen, steigt dagegen immer weiter an, auch unter Rot-Grün.
Die Hetzkampagne gegen die Ärmsten nützt somit nur der unsozialen Regierung, die selbst Millionen in die Armut schickt, während sie den Bossen die Kosten senkt, die im August wieder hunderttausende entlassen haben.
Es wird Zeit, dass die Gewerkschaften als Organisationen der Arbeiter und Arbeitslosen ihre uneingeschränkte Solidarität mit der Regierung beenden. Gewerkschafter müssen in ihren Bezirken dafür kämpfen, dass gegen Sozialabbau mobilisiert wird, zum Beispiel zur Demo gegen die Agenda 2010 am 1. November in Berlin.
|
Derzeit streiten Rot-Grün und die CDU im Parlament über Einzelheiten des zweiten Pakets der Hartz-Gesetze für den Arbeitsmarkt. Fest steht aber schon jetzt, dass die geplanten Maßnahmen viele hunderttausend Menschen zu einem Leben in Armut verurteilen werden. von Jan Maas (E-Mail)
Linksruck Nr. 161, 1. Januar 1970