1995 wäre er fast exekutiert worden, aber einer weltweiten Bewegung gelang es, die Vollstreckung zu verhindern. Wieder einmal steuert das System auf Mumias Ermordung zu.
Mumias Anwälte haben einen letzten Eilantrag für die Wiederaufnahme des Prozesses gestellt. Darüber wird Ende Februar entschieden. Im Falle einer Ablehnung wird der neue Hinrichtungstermin auf zwei Wochen später festgesetzt.
Mumias Fall zeigt die Verwurzelung des Rassismus in den USA ebenso, wie die Bereitschaft des Systems, diejenigen zu terrorisieren, die es als Gefahr erkennt.
1968 war Mumia als 15-Jähriger Gründungsmitglied der Black Panther Party in Philadelphia. Seit dem führt das FBI eine Akte über ihn.
Die Black Panthers kämpften gegen Rassismus und Ungerechtigkeit. Sie wurden Opfer der vollen Macht der Polizei und des US-Staates.
Schwarze
Während der 70er arbeitete Mumia als Journalist in einem lokalen Radiosender in Philadelphia. In dieser Zeit bekam er den Spitznamen Stimme der Stimmlosen, wegen der Art, in der er über die Ausgeschlossenen und Unterdrückten berichtete.
Er interviewte bekannte Schwarze, wie den Biographen von Malcolm X, Alex Haley, und den Musiker Bob Marley. 1980 wurde er Vorsitzender der Vereinigung schwarzer Journalisten in Philadelphia.
Er berichtete über die staatliche Einschüchterungskampagne gegen die radikale Schwarzenorganisation MOVE.
Als er 1978 einen Polizeiangriff auf das Hauptquartier von MOVE, bei dem 18 Menschen verletzt wurden, verurteilte, entließ ihn der Radiosender.
Als Mumia in der Nacht des 9. Dezember 1981 ein Taxi fuhr, sah er, wie Polizisten einen Schwarzen verprügelten. Als er bemerkte, daß es sich um seinen eigenen Bruder handelte, stieg er aus dem Wagen.
Während des Handgemenges wurde, so berichteten Zeugen, ein Polizist von einer unbekannten flüchtenden Person erschossen worden.
Bevor er starb, schoß der Polizist auf Mumia. Mumia wurde dann von den anderen Polizisten geprügelt und für 45 Minuten blutend liegengelassen.
Aber das reichte der Polizei nicht. Sie wollten ihn wegen Polizistenmordes kriegen.
Der Polizist Wakshul verhaftete Mumia und behauptete, Mumia hätte den Mord gestanden. Allerdings stand in dem Polizeibericht über die Nacht, der schwarze Mann machte keine Bemerkungen.
Die Hauptzeugin der Polizei war die Prostituirte Cynthia White. Sie war die einzige, die Mumia mit einer Waffe in der Hand gesehen haben will.
Eine Freundin von White meinte später, daß ihre Aussage zu einem Handel mit der Polizei gehörte.
Eine andere Zeugin, die Prostituierte Veronica Jones, erzählte, die Polizei hätte ihr gedroht, die Kinder wegzunehmen, falls sie Mumia nicht als Mörder identifizieren würde.
Die Kugeln, von denen der Polizist getroffen wurde, passen nicht einmal in Mumias Waffe.
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